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| Abnahmevorschrift | Letzte Änderung: 10.09.2014 (Ko) Abnahme-/Transportbedingungen: - Blutabnahme und Liquorpunktion sollten zum gleichen Zeitpunkt erfolgen. |
| Häufigkeit | werktags, normalschichtig |
| Klinische Hinweise | Indikation: - Diagnosekriterium bei der Multiple Sklerose - Diagnose von entzündlichen Prozessen und Schrankenfunktionsstörungen im ZNS - Verdacht auf intrathekale IgG-Synthese (empfindlichere Methode als die Immunglobulindiagnostik nach Reiber!!) Interpretation: - Die intrathekale IgG-Synthese wird durch dem Nachweis oligoklonaler Banden im Liquor ohne korrespondierenden Nachweis von Banden im Serum des selben Patienten definiert. - Klassifikation der oligoklonalen Muster nach europäischem Konsens [2]. Typ 1: Keine oligoklonalen IgG-Banden im Liquor und Serum. --> Bewertung: Normalbefund Typ 2: Oligoklonale IgG-Banden im Liquor und keine oligoklonalen IgG-Banden im Serum. --> Bewertung: Eine intrathekale IgG-Synthese liegt vor. Typ 3: Oligoklonale IgG-Banden im Liquor, zusätzlich identische Banden in Liquor und Serum --> Bewertung: Eine intrathekale IgG-Synthese liegt vor. Typ 4: Identische oligoklonale IgG-Banden in Liquor und Serum --> Bewertung: Es liegt keine intrathekale IgG-Synthese vor. Typ 5: Monoklonale Banden (IgG-Paraprotein) --> Bewertung: Es liegt keine intrathekale IgG-Synthese vor. Zur weiteren Abklärung empfehlen wir eine Immunfixation im Serum. weitere Hinweise zur Bewertung: Der Nachweis oligoklonalen IgGs ist sehr empfindlich (1-3% oligoklonales IgG im CSF Gesamt-IgG), aber diagnostisch unspezifisch. Oligoklonale Banden werden bei akut entzündlichen Prozessen erst nach einigen Tagen mit Beginn der humoralen Immunreaktion nachweisbar, können aber auch noch Jahre nach einem hinreichend behandelten oder ausgeheilten neuroimmunologischen Prozess nachgewiesen werden. Die große Häufigkeit des Nachweises oligoklonaler Banden bei Multipler Sklerose (hohe klinische Sensitivität mit 95-98%) bedingt die Bedeutung dieser Methode für die Diagnostik der Multiplen Sklerose. Prospektive Studien bei einer Opticus Neuritis zeigen, dass der Nachweis oligoklonalen IgGs eine hohe prognostische Bedeutung hat. Nur in sehr seltenen Fällen kann der initiale Liquor noch keine Banden aufweisen. Bei negativer intrathekaler IgG-Synthese im Reiberdiagramm sollten die Proben bei entsprechender Fragestellung (z.B. Multiple Sklerose) mit der isoelektrischen Fokussierung (IEF) auf oligoklonales IgG überprüft werden. Bei positiver intrathekaler IgG-Synthese im Reiberdiagramm ist die IEF auch als Plausibiltätskontrolle geeingnet. |
| Material | Liquor |
| Probengefäß | Liquor-Röhrchen |
| Probenvolumen | 1 ml |
| Akkreditierungsstatus | akkreditiert |
| Referenzbereich | negativ |
| Verfahren | Isoelektrische Fokussierung |
| letzte Änderung | 18.03.2026 16:05 |