Methylmalonsäure i.S. (LC-MS)

Abnahmevorschrift letzte Änderung: 21.03.2018 (GW)

Abnahme-/Transportbedingungen:
- Bestimmung aus Serum
- Transport bei Raumtemperatur

Einflussgrößen:
- Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann MMA (unabhängig vom B12-Status) erhöht sein.
- Bei bakterieller Übersiedlung des Darms kann MMA erhöht sein.
- Bei starkem Biotin-Mangel kann MMA verfälscht sein.

Störgrößen:
- Hämolyse kann das Messergebnis verfälschen.

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- 2 Wochen
Einheit nmol/L
Klinische Hinweise Indikation:
- Früherkennung eines erworbenen funktionellen Vitamin B12-Mangels (bei grenzwertigen Vitamin B12- bzw. HoloTC-Werten) in Risikopopulationen [1]:
    * vegetarische, vegane und makrobiotische Diät
    * Neugeborene und gestillte Kleinkinder von vegetarischen Müttern
    * alte Menschen
    * neurodegenerative und psychiatrische Erkrankungen
    * chronisch-atrophische Corpus-Gastritis
    * Erkrankungen des terminalen Ileums
    * Pankreasinsuffizienz
    * chronische Leber- und Nierenerkrankungen
    * makrozytäre Anämie
    * chronischer Alkoholismus
    * Medikamente (Protonenpumpen-Hemmer, H2-Rezeptorantagonisten)
    * AIDS-assozierte Myelopathie
- Überwachung der Vitamin B12-Supplementation
- Abklärung unklarer neuropsychiatrischer und hämatologischer Symptome
- Diagnostik angeborener Vitamin B12-Absorptions-, Transport-, Stoffwechselstörungen (z.B. perniziöse Anämie, Methylmalonyl-Azidämie, Holotranscobalamin-Defizienz)

Hintergrund:
Das im Plasma zirkulierende Vitamin B12 ist nur zu ca. 20% in seiner metabolisch aktiven, an Transcobalamin gebundenen Form (HoloTC = aktives Vitamin B12) für den zellulären Stoffwechsel verfügbar. Bei einem intrazellulären Vitamin B12-Mangel führt die gestörte Umwandlung von Methylmalonyl-CoA in Succinyl-CoA zu einem Anstieg von MMA im Plasma. MMA gilt als spezifischer und sensitiver Marker eines funktionellen Vitamin B12-Mangels.
Im unteren Referenzbereich (<340 pg/ml) hat die Gesamt-Vitamin B12-Bestimmung eine limitierte Spezifität und Sensitivität, sodass ein Vitamin B12-Mangel nicht ausgeschlossen werden kann. Eine wesentliche diagnostische Überlegenheit des HoloTC gegenüber Gesamt-Vitamin B12 ist umstritten [3,4]. Beide Verfahren weisen Grauzonen im intermediären Konzentrationsbereich auf (Vitamin B12: 170-340 pg/mL; HoloTC: 25-70 pmol/L) [3,5]. Es wird daher (insbesondere im Graubereich) die schrittweise Bestimmung von HoloTC in Kombination mit MMA empfohlen [3].

Hinweise zur Interpretation:
- Empfehlungen zum diagnostischen Stufenprogramm [3]:
    * HoloTC >70 pmol/L: Vitamin B12-Mangel unwahrscheinlich (Sens. ~90%; keine weiterführende Diagnostik erforderlich)
    * HoloTC 25-70 pmol/L + MMA normal: Vitamin B12-Mangel unwahrscheinlich
    * HoloTC 25-70 pmol/L + MMA erhöht: fkt. Vitamin B12-Mangel wahrscheinlich (Sens. 94%, Spez. 99%)
- Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann MMA erhöht sein. Die Bestätigung eines echten Vitamin-B12-Mangels kann hier durch den Abfall des MMA-Spiegels (um >200 nmol/L) nach Vitamin-B12-Supplementation erfolgen. [1,6]
- Genetische Polymorphismen der HIBCH (3-hydroxybutyryl-CoA hydrolase) können unabhängig von Vitamin B12-Mangel zu erhöhten MMA-Werten führen. [2]
- Bei angeborener Methylmalonyl-Azidämie können stark erhöhte Werte (>10000 µg/L; 84680 nmol/L) auftreten.

Bemerkungen:
- Analysenfrequenz: 1x/Woche, bei Bedarf
- Umrechnungsfaktor: (nmol/L) x 0,118 = (µg/L),
- Ansprechpartner: Labor Klinische Massenspektrometrie (2449), Dr. G. Wolf (4157)
Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich 73 - 271
Verfahren LC/MS
letzte Änderung 18.03.2026 16:15