freies PSA i.S. [Roche,ECLIA,WHO96/970]

Abnahmevorschrift Letzte Änderung: 16.01.2020 (Poi)

Präanalytik:
- Bestimmung erfolgt im Serum,
- Die Blutentnahme für die fr. PSA-Bestimmung sollte vor der Durchführung von Behandlungen entnommen werden, bei denen es zur Manipulation an der Prostata kommt. Das Serum sollten innerhalb von 3 Stunden vom Blutkuchen getrennt werden [1].
- Erfolgt der Test nicht sofort, können Serumproben bis zur Analyse 8 Stunden bei 20-25°C, 5 Tage bei 2-8°C oder 3 Monate bei -20°C aufbewahrt werden [1].

Einflussgrößen:

Die Blutentnahme wird nach folgenden Zeiträumen empfohlen:
- frühestens 48 h nach einer Ejakulation
- vor oder frühestens 1 Woche nach digital-rektaler Untersuchung (DRU), Prostata-Massage, einem transrektalen Ultraschall, einer Blasenspiegelung und/oder intensivem Fahrradfahren

- frühestens 6 Wochen:
- nach einer Prostata-Biopsie
- nach einer transurethalen Resektion der Prostata

- Eine Hormontherapie kann die Freisetzung von gebundenem und freiem PSA beeinflussen. Niedrige PSA-Werte nach Hormontherapie reflektieren daher möglicherweise nicht adäquat das Vorliegen von Tumorrestgewebe oder eines Rezidivs.

Störgrößen:
- siehe I-, H- und L-Index im iXCAT)
- Beachte: Biotinsupplementierungen (>5mg/Tag) können zu falsch erhöhten Meßwerten führen (ab 30 ng/ml Biotin i.S., siehe Lab.info 02/2019)

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang): tagesgleich
Einheit ng/mL
Häufigkeit werktags, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation:
- bei Männern mit unauffälliger DRU und einer Gesamt-PSA-Konzentration von 4 und 10 ng/ml, wenn die Indikation zu einer Wiederholungsbiopsie risikoabhängig getroffen werden soll [1].

Interpretation:

Die alleinige Bestimmung des freien PSA (F-PSA) erbringt keinen diagnostischen Gewinn. Erst der relative Bezug zu Gesamt-PSA (T-PSA) steigert die Trennschärfe zwischen benigner Prostatahyperplasie und Prostatakarzinom. PSA zirkuliert im Serum an Protease-Inhibitoren (Alphα1-Antichymotrypsin, Alpha2-Makroglobulin) gebunden sowie zu 10-30% als freies ungebundenes PSA-Molekül (F-PSA).

Der Quotient F/T-PSA führt bei sehr niedrigen und sehr hohen T-PSA-Konzentrationen zu irreführenden Werten. Seine Bestimmung ist nur im Bereich der größten Überlappung zwischen benigner Prostatahyperplasie und Prostatakarzinom sinnvoll. Das betrifft den Bereich von 4 ng/ml bis 10 ng/ml [1,2].

Der F/T-PSA-Quotient erlaubt nicht den Ausschluss eines Prostatakarzinoms, sondern hilft bei der Erkennung eines erhöhten Prostatakarzinomrisikos.

Eine Prostatitis kann ebenfalls zu einem karzinomverdächtigen niedrigen F/T-PSA-Quotienten führen.

In retrospektiven Studien wurden bei T-PSA-Konzentrationen von 4-10 ng/ml 95% der Prostatakarzinome bei gleichzeitiger 20-29%-iger Reduktion unnötiger Biopsien bei einem Grenzwert für F/T-PSA-Quotienten von 20-25% erkannt [3,4].

Bei der Untersuchung von Männern mit T-PSA-Werten zwischen 4-10 ng/ml und unauffälliger DRU wurden in Abhängigkeit des F/T-PSA-Quotienten folgende Karzinomwahrscheinlichkeiten bestimmt [1]:

50-59 Jahre:
F/T-PSA-Q= >25% (9,1% der vorliegenden Prostatakarzinome); 19-25% (18,3%), 11-18% (26,9%) und <10 (49,2%)
60-69 Jahre:
F/T-PSA-Q= >25% (12,2% der vorliegenden Prostatakarzinome); 19-25% (23,9%), 11-18% (33,9%) und <10 (57,5%)
≥ 70 Jahre:
F/T-PSA-Q= >25% (15,8% der vorliegenden Prostatakarzinome); 19-25% (29,7%), 11-18% (40,8%) und <10 (64,5%)

Abhängig vom PSA-Wert erfolgt die automatische Bestimmung von freiem PSA wie folgt:
- Einsender UKD Urologie: ges. PSA=2-10 ng/ml
- MVZ Urologie: keine automatische Nachmeldung
- alle anderen Einsender: ges. PSA=2,5-10 ng/ml

- Ansprechpartner:
Labormodul Klinische Chemie, Tel.: 2284, 2728
Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich siehe PSA-Quotient
Verfahren ECLIA
letzte Änderung 18.03.2026 16:13