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| Abnahmevorschrift | voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang): - tagesgleich |
| Einheit | MPt/L |
| Klinische Hinweise | 1) Urate: In neutralem bis leicht saurem Urin liegt die physiologische Harnsäure aufgrund der Abgabe eines Protons als Salz (Urat) vor. Im Urin nehmen amorphe Urate nicht die Form von Nadeln an, wie sie in einer Gelenkbiopsieprobe anzutreffen sind, sondern erscheinen als kleine dunkle Körner. Abgesehen von der Uratnephropathie, bei der große Mengen an Uratzylindern ausgeschieden werden, ist der Nachweis von amorphen Uraten ohne diagnostischen Wert. 2) Oxalate: Oxalsäure wird mit der Nahrung aufgenommen und ist ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel. Gelöstes Calciumoxalat kristallisiert bei einem Urin-pH-Wert im Normal- oder leicht sauren bzw. leicht alkalischen Bereich aus, sodass diese Kristalle ein häufiger Nebenbefund bei ansonsten unauffälligen Urinproben sind. Sie haben keine diagnostische Aussagekraft, da Oxalat und Calcium physiologische Bestandteile des Urins sind. Werden sie wiederholt in größeren Mengen in frischem Urin gefunden, sind quantitative Tests auf Hyperoxalurie durchzuführen. Die Hyperoxalurie ist ein Risikofaktor für die Nieren- oder Harnsteinbildung. 3) Harnsäurekristalle: Harnsäure ist ein lösliches Stoffwechselendprodukt im menschlichen Urin. Purinreiche Ernährung, angeborene Enzymdefekte und rascher Zellabbau können zu großen Mengen Harnsäure führen, die in den Tubuli sezerniert und mit dem Urin ausgeschieden werden. Wird das Löslichkeitsprodukt überschritten, kann es zur Präzipitation von Kristallen und zur Bildung von Konkrementen in der Niere kommen. Sie haben keine diagnostische Kraftaussage, da Harnsäure ein physiologischer Bestandteil des Urins ist. Sie bestätigen lediglich einen sauren pH-Wert des Urins. Werden allerdings wiederholt größere Aggregate nachgewiesen, kann dies auf eine primäre oder sekundäre Hyperurikosurie hindeuten. 4) Amorphe Erdphospate: In leicht alkalischem Urin sind häufig amorphe Phosphatkristalle anzutreffen. Keine diagnostische Aussagekraft. 5) Tripelphosphate: In alkalischem Urin sind Tripelphosphatkristalle anzutreffen. Keine diagnostische Aussagekraft. 6) Dikalziumphosphat: Dicalciumphosphatkristalle können gelegentlich in alkalischem oder leicht saurem Urin beobachtet werden. Keine diagnostische Aussagekraft. 7) Dimagnesiumphosphat: In alkalischem Urin kommt es gelegentlich zur Präzipitation von Dimagnesiumphosphaten. Keine diagnostische Aussagekraft. 8) Ammonium-Biurat: Ammoniumbiurat entsteht nach Spaltung von Harnstoff durch Urease bildende Bakterien. Kristalle finden sich nur bei alkalischem pH des Urins. Keine diagnostische Aussagekraft. 9) Kalziumcarbonat: Kalziumcarbonat ist ein normaler Bestandteil des Urins. Carbonatkristalle können amorph, hantelförmig oder kugelförmig sein. In der Regel sind zahlreiche amorphe Kristalle vorhanden, wodurch das Sediment verschmutzt erscheint. Keine diagnostische Aussagekraft. |
| Material | Urin |
| Probengefäß | Urin-Monovette |
| Probenvolumen | 10 ml |
| Akkreditierungsstatus | akkreditiert |
| Referenzbereich | < 6 |
| letzte Änderung | 18.03.2026 16:55 |