Im komplikationslos punktierten normalen lumbalen Liquor sind bei Zellzahlen bis 5/µl lediglich Lymphozyten und Monozyten im Verhältnis etwa 70:30 zu finden. Eine Vermehrung von Lymphozyten im Liquor kann auftreten bei: -viraler Meningitis -Spätphase bakterieller Meningitis -Pilzmeningitis -tuberkulöser Meningitis -Hirnabszeß -Toxoplasmose -Leptospirose -Neurosyphilis -Polyradikulitis -chronischer Meningoenzephalitis -Lupus erythematodes -Multiple Sklerose (MS)
Bei entzündlichen Erkrankungen treten aktivierte Varianten von Lymphozyten auf. Zusätzlich können mehrere Differenzierungsstufen der B-Lymphozyten (bis zu Plasmazellen) auftreten. Lymphozyten können im Laufe jeder akuten, subakuten oder chronischen Entzündung, erregerbedingt oder autoimmuner Genese, auftreten, aber auch als unspezifische Reaktion auf Blutungen, intrathekale Behandlungen, nach Operationen am ZNS oder als Begleitreaktionen bei Tumorzellinfiltration. Nach der akuten exsudativen Phase einer bakteriellen Meningitis überwiegt meist in der Proliferations- und Reparationsphase ein Zellbild mit ausgeprägter Lymphozytenaktivierung, bei viralen Meningitiden findet sich dies bereits in den ersten Tagen.