|
|
| Abnahmevorschrift | Die Analytik erfolgt ausschließlich aus Sarstedt S-Monovette Citrat/Puffer 3,8ml (blaue Schraubverschlußfarbe, SAP-Nr. 200213 / 50 Stck.), im Ausnahmefall im Labor (T. 2570) abforderbar Medikation: Wenn die Wirkung der Medikation nicht Ziel der Untersuchung ist, müssen Medikamente mit Wirkung auf die die Funktion der Thrombozyten mindestens 7 Tage von der Untersuchung abgesetzt werden. Zusätzlich zur Wirkung der Thrombozytenaggregationshemmer beeinflussen Antibiotika (insbesondere Penicillin), Anästhetika, Analgetika (z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin) sowie Plasmaexpander die Thrombozytenfunktion Patientenvorbereitung / Blutabnahme: - 24 h vor der Blutabnahme sportliche Betätigung meiden, - auf Alkohol und stark fetthaltige Mahlzeiten verzichten, - Blutabnahme unter stressfreien Bedingungen am liegenden Patienten, - Staudruck zur Venenpunktion zwischen dem systolischen und diastolischen Druck, - Stauung nicht länger als 1 Minute, während der Entnahme Stauschlauch öffnen, - großlumige (19-21 G) Kanüle, - nicht das erste Blut nach der Venenpunktion, - Mischungsverhältnis 1 Volumenteil Citrat und 9 Volumenteile Venenblut genau einhalten, - Vermischung des Citrates mit dem Blut durch mehrmaliges Schwenken (nicht Schütteln), - keine Blutentnahme aus Kathetern. Transport: Ungekühlt innerhalb von 1 Stunde nach Blutabnahme (Messungen dürfen frühestens 30 Minuten nach der Blutabnahme erfolgen und müssen innerhalb von 4 Stunden abgeschlossen sein.) Einschränkungen und Einflussfaktoren: Hämatokrit: >0.35 (bei Hämatokrit <0.30 generell keine Messung möglich.) Thrombozytenzahl: mindestens 100 GPT/l Thrombozyten. (Thrombozytenzahlen <100 GPT/l und Gerät kann ohne Messfehlermeldung eine Verschlusszeit erfassen, dient diese nur zur Orientierung.) Fibrinogen: starke Verminderung verhindert den Verschluss der Messzellen von Willebrand-Faktor: Erhöhung z. B. durch erschwerte Blutabnahme, Stress, Traumata oder akute Phase verkürzt die Verschlusszeiten und kann dadurch eine Störung der Thrombozytenfunktion oder die Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern überdecken. Aktiviertes Gerinnungssystem: Störung der Messung möglich |
| Einheit | s |
| Häufigkeit | Notfallparameter, ganztägig |
| Klinische Hinweise | Indikation: Die Plättchen-Funktions-Analyse ist ein - Screeningtest zur Abklärung einer Blutungsneigung durch Störungen der Funktion der Blutplättchen oder eines schweren von Willebrand-Syndroms, - Screeningtest zum Nachweis oder Ausschluss von Thrombozytenaggregationshemmern, - Test zur Wirkungskontrolle von DDAVP (Minirin) und von Willebrand-Faktor-Konzentrat. CAVE: Störungen der plasmatischen Gerinnung und die Wirkung von Antikoagulanzien werden mit dem Test nicht erfasst. Mit der PFA-Analytik ist keine umfassende Beurteilung der OP-Fähigkeit möglich. Interpretation: Die Interpretation des Befundes ist nur möglich, wenn die Präanalytik beachtet wurde und die Indikation sowie die Medikation bekannt sind. Schwere Thrombozytopathien verlängern die Verschlusszeiten der Messzellen Kollagen/Epinephrin und Kollagen/ADP stark bis >300 Sekunden. Ein schweres bis mittelschweres von Willebrand Syndrom kann beide Verschlusszeiten, insbesondere aber die Kollagen/ADP verlängern. Die weitere Abklärung muss durch spezielle Untersuchungen erfolgen. Aspirin führt zu einer Verlängerung der Verschlusszeit mit Kollagen/Epinephrin, die Verschlusszeit mit Kollagen/ADP ist normal. ADP-Rezeptorinhibitoren (Clopidogrel, Prasugrel und Ticagrelor) sind nicht anhand der Verschlusszeiten mit Kollagen/Epinephrin und Kollagen/ADP erkennbar, die Verschlusszeit mit PFAP2Y ist verlängert. Verlängerte Verschlusszeiten können auch durch andere Medikamente mit Einfluss auf die Thrombozytenfunktion Antibiotika (insbesondere Penicillin), Anästhetika, Analgetika (z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin) sowie Plasmaexpander bedingt sein. Sind die Verschlusszeiten trotz Einnahme von Plättchenfunktionshemmern im Normbereich liegt entweder eine echte Non-Response oder eine Non-Compliance vor oder ein hoher von Willebrand-Faktor maskiert die Verlängerung. Es besteht keine direkte Korrelation zwischen der Verlängerung der Verschlusszeit und der Blutungsneigung. |
| Material | Citratplasma (gepuffert) |
| Probengefäß | Citrate/Buffer 9NC/PFA |
| Probenvolumen | 3.8 ml |
| Referenzbereich | (105 - 200) |
| Verfahren | In-vitro Blutungszeit am Plättchenfunktionsanalyzer(PFA-100) |
| letzte Änderung | 18.03.2026 16:00 |