Antithrombin [Aktivität gegen FIIa]

Abnahmevorschrift Präanalytik:
- 24 h vor der Blutabnahme sportliche Betätigung meiden
- auf Alkohol und stark fetthaltige Mahlzeiten verzichten

Blutabnahme:
- unter stressfreien Bedingungen am liegenden Patienten
- Nutzung einer großlumigen (19 - 21 G) Kanüle
- Staudruck zur Venenpunktion zwischen dem systolischen und diastolischen Druck
- Stauung nicht länger als 1 Minute
- während der Entnahme Stauschlauch öffnen
- nicht als erste Abnahme nach der Venenpunktion, ggf. 1. Portion (verwerfen)
- Abnahmegefäß unbedingt bis zum Indikator füllen!
(Mischungsverhältnis 1 Volumenteil Citrat und 9 Volumenteile Venenblut muss eingehalten werden!)
- Vermischung des Blutes mit dem Citrat durch mehrmaliges ruhiges Überkopfschwenken - keinesfalls Schütteln!
- keine Blutentnahme aus heparinisierten Zugängen (ZVK, Port)

Stör- und Einflussgrößen, die Analytik verhindern:
- Proben mit Gerinnselbildung
- Füllungsabweichung >10%
- ausgeprägter Ikterus (Definition: siehe HIL_Konfiguration)

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- tagesgleich
Einheit %
Häufigkeit Notfallparameter, ganztägig
Klinische Hinweise Indikation:
Abklärung von angeborenen oder erworbenen Antithrombin-Mangelzuständen, Bestimmung der Aktivität unter Therapie mit oralen direkten Xa-Inhibitoren

Interpretation:
- Antithrombin ist der natürliche Inhibitor der Serinproteasen der Gerinnung insbesondere von Thrombin, Faktor Xa und IXa. Die Wirkung erfolgt durch langsame Bildung eines irreversiblen 1:1 Komplexes.
- Die Bindung von Heparinen an Antithrombin bewirkt eine Konformationsänderung mit Freilegung des aktiven Zentrums, was zu einer erheblichen Wirkungsbeschleunigung führt.
- Angeborene Mangelzustände sind selten, führen aber bei ca. 80% der Patienten zu einer Thrombose vor dem 50. Lebensjahr.
- Der hereditäre Mangel tritt als quantitativer Typ I Defekt oder Dysvariante Typ II auf.
- Die Dysvarianten betreffen die Thrombin- oder die Heparinbindungsstelle oder führen zur Blockierung der Thombinbindungstelle nach Heparinbindung.
- Ursachen für erworbenen Mangel sind Synthesestörungen infolge Lebererkrankungen, erhöhter Verbrauch bei Verbrauchskoagulopathie oder entzündlichen Erkrankungen, erhöhter Verlust bei nephrotischem Syndrom, großen Wundflächen, Aszites, Plasmapheresen sowie Dilution.
- Das Thromboembolierisiko erworbener Mangelzustände ist abhängig von der Ursache.
- Medikamentös bedingter Mangel wird beobachtet bei Asparaginasetherapie, Heparindauerinfusion, oraler Kontrazeption und HRT.

Cave: Eine Medikation mit direkten anti-FIIa-Inhibitoren führt methodisch bedingt zu erhöhten Antithrombinaktivitäten und damit zu einem falschen Testergebnis.
Material Citrat-Blut
Probengefäß Citrat-Monovette
Probenvolumen 1.5 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich extrem erniedrigt: 30
extrem erhöht: 200
80 - 120
Verfahren Chromogener Test
letzte Änderung 18.03.2026 14:47