Protein S [frei] i.P.

Abnahmevorschrift Präanalytik:
- 24 h vor der Blutabnahme sportliche Betätigung meiden,
- auf Alkohol und stark fetthaltige Mahlzeiten verzichten,
- Blutabnahme unter stressfreien Bedingungen am liegenden Patienten,
- Staudruck zur Venenpunktion zwischen dem systolischen und diastolischen Druck,
- Stauung nicht länger als 1 Minute, während der Entnahme Stauschlauch öffnen,
- großlumige (19 - 21 G) Kanüle,
- nicht das erste Blut nach der Venenpunktion,
- Mischungsverhältnis 1 Volumenteil Citrat und 9 Volumenteile Venenblut genau einhalten,
- Vermischung des Citrates mit dem Blut durch mehrmaliges Schwenken (nicht Schütteln),
- keine Blutentnahme aus Kathetern.

Stör- und Einflussgrößen der plasmatischen Gerinnung:
Keine Analytik in Proben mit Gerinnselbildung.
Keine Analytik bei Füllungsabweichung >10%.
Keine Analytik bei ausgeprägter Hämolyse, ausgeprägtem Ikterus sowie starker Lipämie.
Keine Analytik unter Cumarintherapie (INR >1,5).
Rheumafaktor >70 U/ml können zu falsch hohen Werten führen, Anti-Rinderalbumin bzw. Anti-Maus-Antikörper ebenfalls.

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- 1-2 Wochen
Einheit %
Häufigkeit werktags, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation:
Die Bestimmung erfolgt zur Diagnostik von angeborenen und erworbenen Protein S-Mangelzuständen.

Interpretation:
Der Test erfasst die Konzentration des freien, nicht an C4b-binding Protein gebundenen Proteins S.
Protein S ist ein Vitamin-K-abhängiges Gerinnungsprotein mit unterschiedlichen Funktionen. 60 bis 70% des Proteins sind an C4b-binding Protein gebunden. Freies, nicht gebundenes Protein C wirkt als Kofaktor von aktiviertem Protein C bei der Inaktivierung von Faktor Va und Faktor VIIIa.
Angeborene Mangelzustände können quantitativ als auch qualitativ sein. Die Prävalenz beträgt ca. 5% in Kollektiven junger Thrombosepatienten. Ca. 50% der Patienten mit hereditärem Mangel erleiden eine Thrombose vor dem 55. Lebensjahr. Atypische Lokalisationen sind nicht selten.
Erworbene Mangelzustände treten infolge von Synthesestörungen, bei Vitamin K-Mangel, unter Therapie mit Vitamin K-Antagonisten oder Asparaginase sowie infolge von erhöhtem Umsatz oder Verlust auf. In der Schwangerschaft fällt Protein S deutlich ab.
Zur Erfassung hereditärer Defekte sollte sowohl eine Bestimmung der Protein S Aktivität als auch von freiem Protein S erfolgen, da in Abhängigkeit von der Mutation die Test-Ergebnisse nicht gleichsinnig beeinflusst werden.
Material Citrat-Blut
Probengefäß Citrat-Monovette
Probenvolumen 1.5 ml
Referenzbereich
GeschlechtAlterReferenzbereich
≤ 1Jn.def.
unbekanntnicht definiert
männlich70 - 148
weiblich50 - 132
Verfahren Test mit monoklonalen Antikörpern
letzte Änderung 18.03.2026 16:12