Aminosäuren i.U.

Abnahmevorschrift Zur Untersuchung sind konzentrierter Morgenurin oder 24-Stunden-Sammelurin geeignet.
Jegliche Kontamination (bakteriell, fäkal, mit Erythrozyten, Leukozyten, Protein) ist zu vermeiden, da sich die Zusammensetzung der Aminosäuren verändern kann (spezifischer Anstieg oder Abfall verschiedener einzelner Aminosäuren, s. Störfaktoren).
Transport: ohne Verzögerung direkt ins Labor, ext. Einsender: gefroren (-20°C)
Lagerung der Proben erforderlichenfalls bei -20°C

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- 1 - 2 Wochen
Häufigkeit Mo - Fr, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation:
- Folgeuntersuchung bei Hyperammonämie mit Verdacht auf Harnstoffzyklusdefekt
- Verdacht auf tubuläre Reabsorptionsdefekte (Cystinurie, Fanconi-Bickel-Syndrom, Hartnup-Erkrankung, Iminoglyzinurie u.a.)
- generelle Hyperaminoazidurie bei klassischer Galaktosämie, hereditärer Fruktoseintoleranz, Tyrosinämie Typ I, Glutamylcystein-Synthetasemangel, Vitamin-D-abhängiger Rachitis
- Folgeuntersuchung bei Verdacht auf Aminoazidopathie nach auffälligem Aminosäure-Befund im Plasma
Störfaktoren:
Kontamination, bakteriell -> Anstieg von Alanin, Glyzin, Prolin und Abfall von Tryptophan, aromatischen Aminosäuren, Serin
Kontamination, fäkal -> Anstieg von Prolin, Glutaminsäure, Leuzin, Isoleuzin, Valin, Hydroxyprolin
Kontamination, Protein -> Abfall von Cystin
Kontamination, Erythrozyten -> Anstieg von Ornithin
Kontamination, Leukozyten -> Anstieg von Taurin
Probenlagerung -> Anstieg von Glutaminsäure, Asparaginsäure, GABA sowie Abfall von Glutamin, Aparagin, Phosphoethanolamin
Ein spezifischer Medikamenten-Einfluss auf einzelne Aminosäuren ist beschrieben (s. weiterführende Literatur 1.)
Material Urin
Probengefäß Urin-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Verfahren LC/MS
letzte Änderung 18.03.2026 14:46