Urobilinogen i.U.

Abnahmevorschrift voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- tagesgleich
Einheit µmol/L
Häufigkeit Notfallparameter, ganztägig
Klinische Hinweise Eine Urobilinogenkonzentration von mehr als 17 µmol/l kann bei einer gestörten Leberfunktion auftreten, z.B. infolge einer primären Lebererkrankung wie Hepatitis oder durch gesteigerten Hämoglobin-Abbau, z.B. hämolytische Anämie. Ein völliges Fehlen von Urobilinogen im Urin tritt dagegen bei andauerndem kompletten Verschluss des Ductus choledochus (durch Malignome oder Steine) oder bei totalem Versagen der Gallenproduktion in der Leber (durch schwere Virus-Hepatitis oder schweren toxischen Leberschäden) auf.

Beurteilung
Erhöhtes Urobilinogen i.U. bei:
- Akute und chronische    Lebererkrankungen (z. B. Virushepatitis, Leberzirrhose), sowie bei toxischer Leberschädigung
- Hämolytische Erkrankungen (hämolytische Anämie, perniziöse Anämie) oder intravaskuläre Hämolyse

Abwesenheit von Urobilinogen i.U. bei:
-Kompletter Verschluss    des Ductus choledochus
-Totalem Versiegen der    Gallenproduktion in der Leber (schwerste Virushepatitis, schwere toxische Leberschädigung)
-Fehlender Darmflora (physiologisch bei Neugeborenen, selten bei intensiver Antibiotikatherapie)

Bemerkungen:
Falsch-negativer Urobilinogenbefund:
-Bei bestehender Therapie mit Levodopa, Cefoxitin und Verbindungen, die Sulfhydryl-Gruppen enthalten (bspw. N-Acetylcystein)
-Exposition mit Licht kann zu einer raschen Oxidation von Urobillinogen und somit falsch-negativem Befund führen.

Falsch-positiver Urobilinogenbefunde:
- orale Antidiabetika (Sulfonylharnstoff), Antibiotika (p-Aminosalicylsäure)

Material Urin
Probengefäß Urin-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich extrem erhöht: 68
normal
Verfahren Urinteststreifen
letzte Änderung 18.03.2026 16:32