DNA Thiopurin-Methyltransferase

Abnahmevorschrift Abnahme-/Transportbedingungen:
- keine besonderen Anforderungen
- Analytik kann aus allen ungeronnenen Blutproben (bspw. EDTA oder Citrat-Blut) erfolgen
- Unbedingt die Einwilligungserklärung lt. Gendiagnostikgesetz (GenDG) mit einsenden! Die Einwilligungserklärung muss vom Patienten oder dem gesetzlichen Vertreter und dem aufklärenden Arzt/Ärztin unterschrieben (inkl. Stempel bzw. Namen in Druckbuchstaben) sein, sonst darf eine Analytik nicht erfolgen!

Einflussgrößen:
- keine

Störgrößen:
- Nach Knochenmarkstransplantation können die aus peripheren Leukozyten gewonnenen Ergebnisse aufgrund der Chimärenbildung (gleichzeitiges Vorhandensein von eigenen empfängerspezifischen und fremden spenderspezifischen hämatopoetischer Zellen in unterschiedlichen Verhältnissen in der Blutabnahme) irreführend sein!

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- 3 Werktage
Häufigkeit werktags, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation:
- Bestimmung des Metabolisierer-Genotyps für TPMT
- Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) können auftreten bei der Therapie mit den Arzneistoffen Azathioprin, Mercaptothiopurin (6-MP) und Thioguanin (6-TG)

Hinweise zur Interpretation:
Thiopurine werden als Immunsuppressiva bei chronischen Autoimmunerkrankungen, bei Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen bzw. als Chemotherapeutika bei Leukämien eingesetzt. Die Thiopurinmethyltransferase (TPMT) metabolisiert Thiopurine wie Azathioprin, Mercaptothiopurin (6-MP) und Thioguanin (6-TG) durch Methylierung. Diese Methylierung verhindert den Einbau der Nukleotidanaloga in die DNA bzw. RNA und ist entscheidend für die Inaktivierung zytotoxischer Verbindungen. Bestimmte Allelvarianten im TPMT-Gen führen zu weniger aktiven oder inaktiven Enzymen, wodurch der Abbau der Thiopurine beeinträchtigt ist. Die TMPT-Aktivität ist in der europäischen Bevölkerung bei ca. jeder 10. Person vermindert und ein schwerer Mangel wird bei ca. jeder 300. Person gefunden. Eine Abklärung des Genotyps vor Therapiebeginn mit TPMT-abhängigen Medikamenten kann unerwünschte Nebenwirkungen aufgrund von Überdosierungen verhindern helfen. Dosierempfehlungen sind z. B. in der Datenbank PharmGKB (www.pharmgkb.org) zu finden.

TPMT-Genotypen:
- *1*1; normal (EM, Wildtyp), kein TPMT-Mangel, normale Enzymaktivität (Häufigkeit in der mitteleuropäischen Bevölkerung ca. 89 %)
- *1*2, *1*3A oder *1*3C; heterozygot, moderater TPMT-Mangel (IM), verminderte Enzymaktivität (Häufigkeit ca. 11 %)
- *2*2, *2*3A, *2*3C, *3A*3A, *3A*3C oder *3C*3C; homozygot oder kombiniert heterozygot, schwerer TPMT-Mangel (PM), stark verringerte Enzymaktivität (Häufigkeit ca. 0,3 %), hohes Risiko für toxische Nebenwirkungen

fachliche Ansprechpartner:
- Spezielle Diagnostik/Molekulare Diagnostik, Prof. Poitz 12164
Material Citrat-Blut
Probengefäß Citrat-Monovette
Probenvolumen 1.5 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Verfahren PCR Schmelzpunktanalyse
letzte Änderung 18.03.2026 14:06