17-OH-Progesteron i.Speichel

Abnahmevorschrift Letzte Änderung: 17.07.2018 (Men)

Abnahme-/Transportbedingungen:
- Bestimmung erfolgt im Speichel
- Für die Gewinnung des Speichels sind spezielle Salivetten (gleiche Röhrchen wie für Cortisolbestimmung im Speichel, Salivetten mit blauer bzw. weißer Kappe) und bei Neugeborenen/Kindern die Salimetrics Infant`s Swab (SIS) zu verwenden.
- Der Patient sollte 30 min vor der Probennahme nicht essen, trinken, rauchen, Kaugummi kauen oder Zähne putzen. Andernfalls 5 min vor der Probennahme den Mund gründlich mit kaltem Wasser spülen. Speichelproben sollten nicht bei Krankheiten, Entzündungen oder Verletzungen der Mundhöhle gewonnen werden (Blutkontaminationen) [2].
- 17α1-OH-Progesteron zeigt diurnale Schwankungen und das auch in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus [1].
- Erfolgt die Bestimmung des 17α1-OH-Progesterons im Speichel nicht sofort, können Speichelproben bis zur Analyse 7 Tage bei 2-8°C oder für längere Lagerung -20°C aufbewahrt werden [2].

Störgrößen:
- Muzine stören die Bestimmung, so dass Speichelproben mindestens einmal über Nacht eingefroren und nach Auftauen zentrifugiert werden [2].
Einheit pmol/L
Häufigkeit wöchentlich
Klinische Hinweise Indikation:

V. a. Adrenogenitales Syndrom (AGS):

Klassisches AGS im Kindesalter:
bei Geburt: Mädchen (Jungen sind eher unauffällig): intersexuelles äußeres Genital, beide Geschlechter: ab 2. Lebenswoche Gedeihstörung, hyperpigmentierte Mamillen und Genitalregion, Erbrechen, ab 2.-4. LJ.Pubetas praecox.
Late onset: nur bei Mädchen/Frauen: Androgenisierung, Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch

Interpretation:
Erhöhte Werte:
-    Das angeborene AGS umfasst eine Gruppe von autosomal-rezessiv vererbten Störungen der Cortisolbiosynthese in der NNR aufgrund des Fehlens spezifischer Enzyme. Der klinisch wichtigste und häufigste Enzymmangel ist der 21-Hydroxylasedefekt. Die Anhäufung von 17-OH-Progesteron führt zur verstärkten Bildung von Androgenen. Infolge des Androgenüberschusses kommt es pränatal bei weiblichen Feten zur Virilisierung und unter Umständen zum klinischen Bild eines Salzverlustsyndromes nach der Geburt, der auf den gleichzeitig vorhandenen Mangel an Aldosteron zurückzuführen ist. Postnatal führt der Defekt bei beiden Geschlechtern zur Ausbildung einer Pseudopubertas Praecox.
-    Late onset-AGS oder milde heterozygote Formen fallen klinisch häufig erst peripubertär auf (z.B. durch Virilismus, Hirsutismus, Menstruationstörungen).
-    Die17-OH-Progesteron-Spiegel zeigen zirkadiane Schwankungen mit Höchstwerten in den frühen Morgenstunden. Physiologisch erhöhte Konzentrationen finden sich in der Lutealphase und während der Schwangerschaft.
-    maligne Nebennierentumoren
-    PCO-Syndrom
-    Ovarial- und Nebennierentumoren

Referenzbereich [2]:

Kinder (6-12 Jahre): 9,09 - 99,69 pmol/l
Männer: (21-70 Jahre): 32,12 - 166,04 pmol/l
Frauen (21-50 Jahre):
Follikelphase: 28,45 - 124,53 pmol/l
Lutealphase: 85,14 - 256,94 pmol/l
Material Speichel
Probengefäß Salivette für Speichel
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich
GeschlechtAlterReferenzbereichKommentar
≤ 6M17-OHP im Speichel bei Neugeborenen
Die sehr hohen Konzentration (640-5220 pmol/L) am Ende des ersten Lebenstages nehmen
innerhalb der nächsten 24-36h schnell ab (250-4630 pmol/L)(Klug, I.: Dissertation Gießen,1997). Am Ende der 2. Lebenswoche wurden bei gesunden Neugeborenen Werte zwischen 170 und 406 pmol/L beobachtet (Gröschl, M.: Dissertation Erlangen-Nürnberg; 2001). Tagesprofile s. www.tu-dresden.de/medikl

6M - 1J< 200
1J - 12J< 100
männlich≤ 17J< 100
weiblich≤ 17J< 133
männlich≤ 30J46 - 205
männlich30J - 40J55 - 173
männlich40J - 50J34 - 124
weiblich≤ 50J17-OHP im Speichel- Morgenabnahme
Follikelphase 55-185 pmol/L
Lutealphase 85-257 pmol/L
männlich≤ 60J29 - 109
männlich60J - 75J32 - 89
unbekanntn.def.
männlichn.def.
weiblich< 55
Verfahren ELISA
letzte Änderung 18.03.2026 14:40