1,25-OH-Vitamin D i.S.

Abnahmevorschrift Letzte Änderung: 16.05.2018 (Men)

Abnahme-/Transportbedingungen:
- Bestimmung erfolgt im Serum,
- Die Blutentnahme sollte bei Dialysepatienten vor der Dialyse erfolgen.
- bei Bestimmung später als 24 Stunden nach Blutabnahme sollte die Serumprobe bei 2-8°C bis zu 7 Tagen gelagert, bei längerer Dauer eingefroren werden.

Einflussgrößen:
- Blut morgens nüchtern abnehmen, da Trübung (Hyperlipoproteinämie) wie auch Hämolyse die Bestimmung stört.
- Heterophile Antikörper im Humanserum können mit Reagenz-Immunglobulinen oder anderem Reagenzmaterial reagieren und In-Vitro-Immunoassays stören. Eine solche Störung kann bei Patienten auftreten, die regelmäßig Kontakt mit Tieren, Tierserumprodukten oder anderen immunogenen Produkten haben, die die Bildung von heterophilen gegen die Reagenzien des Assays auslösen können, und es können abnormale Werte beobachtet werden [1,2].

Störgrößen:
- der Test wird beeinflusst durch Ikterus und Hämolyse (siehe I-, H- und L-Index im iXCAT)
- Beachte: Biotinsupplementierungen (>5mg/Tag) können zu falsch erhöhten Meßwerten führen (ab 1000ng/ml Biotin i.S., siehe Lab.info 02/2019); 02.05.19 neum.

Einheit pg/mL
Häufigkeit werktags, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation:
Die Serum- bzw. Plasmakonzentration des aktiven Vitamin D spiegelt den Kalziumhaushalt und die Nierenfunktion wieder.
Die Konzentrationsbestimmung dient der Abklärung
von Hyperkalziämien:
-    Sarkoidose, Tuberkulose, andere granulomatöse Erkrankungen
-    Therapiekontrolle nach Gabe von 1α1-Hydroxyvitamin D3 oder 1,25(OH)2-Vitamin D3
-    Verdacht auf Intoxikation mit Hyperkalziämie-erzeugenden Pflanzen (Solanum malacoxylon)
-    Hyperkalziurie unklarer Genese

von Hypokalziämien:
-    Vitamin D-1α1-Hydroxylase-Mangel (gestörte 25(OH)-Vitamin D-1α1-Hydroxylase-Aktivität) und damit erniedrigte 1,25(OH)2-Vitamin D3-Konzentration
-    Vitamin D-Rezeptordefekt (Resistenz gegen 1,25(OH)2-Vitamin D3 und erhöhte 1,25(OH)2-Vitamin D3-Konzentration
Interpretation:
Die Konzentration von 1,25(OH)2-Vitamin D3 ist 500-1000-fach geringer im Vergleich zu 25(OH)-Vitamin D, besitzt aber umgekehrt eine bis zu 1000-fach höhere Affinität zu Vitamin-D-Rezeptoren. Hypophosphatämie, Hypokalziämie und PTH stimulieren die 25-OH-Vitamin D-1α1-Hydroxylase-Aktivität, umgekehrt hemmen Hyperphosphatämie und Hyperkalziämie die Enzymaktivität und damit die Bildung des 1,25(OH)2 Vitamin D3 [3]. Behandlungsleitlinien wie die "Kidney Disease Outcomes Quality Initiatives (KDOQI)" und "Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO)" empfehlen für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen Therapieschemata mit 1,25-(OH)2-Vitamin D, um das Voranschreiten des sekundären Hyperparathyreoidismus zu verlangsamen [4,5].
Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich
AlterReferenzbereich
≤ 18Jnicht definiert
> 18J15.2 - 90.1
Verfahren Lumineszenz
bevorzugte Probenart SER-Spez.&16
letzte Änderung 18.03.2026 14:38