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| Abnahmevorschrift | eingestellt ab 11.07.2020 Letzte Änderung: 09.06.2018 (Men) Abnahme-/Transportbedingungen: - Bestimmung erfolgt im Serum, - Das Serum sollte auf Grund der Instabilität von IL-6 umgehend nach der Blutentnahme vom Blutkuchen durch Zentrifugation getrennt und max. 4 h bei Raumtemperatur, bis zu max. 1 Tag bei 2-8°C, für 1 Monat bei -20°C oder für längere Dauer bis zur Bestimmung bei -80°C gelagert werden [1]. Einflussgrößen: - Hämolyse stört die Bestimmung, so dass diese Serumproben nicht untersucht werden sollten. Proben von Patienten, die aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen Präparate mit monoklonalen Maus-Antikörpern erhalten haben, können humane anti-Maus-Antikörper (HAMA) enthalten. In solchen Proben können bei Untersuchungen mit Testkits, bei denen monoklonale Maus-Antikörper verwendet werden, implausible Werte erhalten werden [3]. - Heterophile Antikörper im Humanserum können mit Reagenz-Immunglobulinen oder anderem Reagenzmaterial reagieren und In-Vitro-Immunoassays stören. Eine solche Störung kann bei Patienten auftreten, die regelmäßig Kontakt mit Tieren, Tierserumprodukten oder anderen immunogenen Produkten haben, die die Bildung von heterophilen gegen die Reagenzien des Assays auslösen können, und es können abnormale Werte beobachtet werden [2,3]. Störgrößen: - der Test wird beeinflusst durch Hämolyse (siehe I-, H- und L-Index im iXCAT) |
| Einheit | pg/mL |
| Häufigkeit | werktags, normalschichtig |
| Klinische Hinweise | Indikation: - Diagnostischer und prognostischer Parameter bei Trauma und Verdacht auf Sepsis und schwerer Sepsis bei kritisch kranken Patienten - Frühdiagnostik der neonatalen Sepsis - nach isoliertem Schädel-Hirn-Trauma - Verlaufsbeurteilung bei ARDS und künstlicher Beatmung Interpretation: - Das Interleukin-6 (IL-6) wird insbesondere von Makrophagen, dendritische Zellen, Lymphozyten, Endothelzellen, Fibroblasten und Muskelzellen gebildet [3]. IL-6 wirkt als proinflammatorisches Zytokin und vermittelt insbesondere die Akut-Phase-Reaktion in der Leber. Weiterhin ist es im Immunsystem an der Reifung der Immunzellen, der Aktivierung von T-Lymphozyten und der Immunglobulinsynthese von B-Lymphozyten beteiligt. Auch aktiviert es Endothelzellen zur Produktion von Chemokinen und Adhäsionsmolekülen und rekrutiert Leukozyten an den Ort der Entzündung. - Erhöhte Werte weisen auf entzündliche Geschehnisse unterschiedlicher Genese hin, erlaubt aber keine differentialdiagnostischen Schlussfolgerungen. Ist gleichzeitig das TNF-alpha deutlich erhöht, spricht das für die Überaktivierung von Monozyten/Makrophagen (Zytokinsturm), wie das bei der schweren Sepsis der Fall ist. IL-6 wird frühzeitig (innerhalb 1 h) nach Kontakt mit Bakterien bzw. Bakterientoxinen von Monozyten/Makrophagen sezerniert und eignet sich deshalb als frühzeitiger Indikator einer (neonatalen) Sepsis. Eindeutige Erhöhungen des CRP sind hier erst nach 24-36 h messbar. Auf Grund gleichzeitiger Freisetzungen antientzündlicher Zytokine (z.B. IL-10) sind die interindividuellen Schwankungen der IL-6-Freisetzungen z.T. beträchtlich, so dass keine klaren Grenzwerte des IL-6 für die Ursache und das Ausmaß einer akuten Entzündung existieren. - Generell aber gilt schätzungsweise: - Werte < 10 ng/l schließen eine akute Entzündung aus, - Konzentrationen bis 150 ng/l deuten auf lokale Entzündungsreaktionen wie Pyelonephritis, Pneumonie oder Abszess hin, - Werte > 150 ng/l weisen auf eine systemische Entzündung (Sepsis) hin, - Konzentrationen > 1.000 ng/l deuten auf Hochrisikopatienten mit schwerer Sepsis hin, insbesondere wenn die Werte mehr als 3 Tage auf diesem Level persistieren [3]. - Anhaltend isoliert erhöhte IL-6-Werte deuten auf eine Aktivierung nicht-immunologischer Zellen hin als Folge einer direkten Interaktion von Bakterien oder Toxinen mit Endothelzellen wie auch Gewebehypoxien und -trauma die IL-6-Freisetzung verursachen können, so dass die Bestimmung des IL-6 Rückschlüsse über das Ausmaß einer Organschädigung geben kann [4]. - Ein Anstieg des IL-6 bei transplantierten Patienten kann ein frühzeitiges Indiz für eine Abstoßungsreaktion darstellen [4]. |
| Material | Serum |
| Probengefäß | Serum-Monovette |
| Probenvolumen | 10 ml |
| Akkreditierungsstatus | akkreditiert |
| Referenzbereich | extrem erhöht: 9.9 2,0 - 3,5 |
| Verfahren | LIA |
| letzte Änderung | 18.03.2026 16:21 |