Gentamicin i.P.

Abnahmevorschrift Letzte Aktualisierung: 11.01.2016 (neum.)
Präanalytik:
UKD-Empfehlung für TDM Aminoglykosidgabe 1x täglich:
- Talspiegel Blutabnahme direkt vor 2. oder 3. Dosis, danach einmal wöchentlich, bei eingeschränkter Nierenfunktion häufiger und Kontrolle nach jeder Dosisänderung
- Spitzenspiegel im allegmeinen nicht sinnvoll; weitere Info siehe klinische Informationen /Indikation

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang): tagesgleich
Einheit mg/L
Häufigkeit täglich, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation:
- Therapiekontrolle
Talspiegel: Vermeidung von nephro- und ototoxischen Nebenwirkungen

Bemerkungen:
Die UKD-Empfehlungen zum TDM basieren auf den Empfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V.; siehe Interdisziplinäre Laborinformation 01/2012. Die Spiegelempfehlungen des UKD beziehen sich ausschließlich auf die einmal tägliche Gabe.

- 1x tägliche Gabe (UKD-Empfehlung):
Talspiegel: <1mg/l; in Sonderfällen tolerierbar (z.B. schweres Krankheitsbild) <2mg/l
Spitzenspiegel: 15-25mg/l,
- für 3x täglich Gabe gelten folgende Zielwerte:
Talspiegel: <2mg/l
Spitzenspiegel: 05-10 mg/l

Spitzensspiegel-Bestimmung im Allgemeinen nicht sinnvoll, da von ausreichend hohem Spitzenspiegel ausgegangen werden kann. Spitzenspiegelbestimmung sinnvoll bei Patienten mit verändertem Verteilungsvolumen (Aszites, Verbrennungen, Schwangere), bei Patienten mit Dosisreduktion und bei Niereninsuffizienz zur Sicherstellung effektiver Wirkspiegel.

Hinweise zur Pharmakokinetik:
Die bakterizide Wirkung der Aminoglykoside ist konzentrationsabhängig, d.h. die Wirkung ist abhängig vom Verhältnis der maximalen Plasmakonzentration des Antibiotikums (Cmax) zur minimalen Hemmkonzentration (MHK). Höhere Spitzenspiegel haben in Studien eine höhere Effektivität gezeigt. Daher wird im Allgemeinen die einmal tägliche Gabe von Aminoglykosiden empfohlen, nur in Ausnahmen wie z.B. Endokarditis wird auf Grund fehlender Studienlage weiterhin die dreimal tägliche Gabe empfohlen. Die einmal tägliche Gabe von Aminoglykosiden ist außerdem mit einer geringeren Nephro- und Ototoxizität als die dreimal tägliche Gabe verbunden. Da von ausreichend hohen und damit effektiven Spitzenspiegeln ausgegangen werden kann, ist eine Bestimmung des Spitzenspiegels in der Regel nicht notwendig. Die Talspiegelbestimmung ist zum Ausschluß von Toxizität durch Kumulation der Aminoglykoside notwendig.

Ansprechpartner:
Labormodul Klinische Chemie, Tel.: 2284, 2728
Material Plasma (Li-Heparin)
Probengefäß Lithium-Heparinat-Monovette
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich extrem erhöht: 25.00
Kommentar: Referenzbereich Gentamicin:
UKD-Empfehlung für einmal tägliche Gabe
Talspiegel-Gentamicin : < 1 mg/l (in Sonderfällen < 2 mg/l),
bei erhöhten Werten Kontrolle der Nierenfunktion empfohlen
Spitzenspiegel-Gentamicin: Bestimmung im Allgemeinen nicht sinnvoll (Ausnahme: Patienten mit
verändertem Verteilungsvolumen und Niereninsuffizienz):
15 - 25 mg/l
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Verfahren Latexpartikel verstärkter immunologischer Trübungstest (PETINA)
letzte Änderung 18.03.2026 15:41