S-100 i.S. [CLIA] (DiaSorin)

Abnahmevorschrift Letzte Änderung: 12.6.2018 (Men)

Abnahme-/Transportbedingungen:
- Bestimmung erfolgt im Serum,
- Erfolgt der Test nicht sofort, können Serumproben bis zur Analyse 1 Tag bei 2-8°C oder für längere Lagerung bei -20°C aufbewahrt werden [1].

Einflussgrößen:
- Hämolyse und Lipämie stören die Bestimmung, so dass diese Serumproben nicht untersucht werden sollten [1].
- Proben von Patienten, die aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen Präparate mit monoklonalen Maus-Antikörpern erhalten haben, können humane anti-Maus-Antikörper (HAMA) enthalten. In solchen Proben können bei Untersuchungen mit Testkits, bei denen monoklonale Maus-Antikörper verwendet werden, implausible Werte erhalten werden [3].
- Heterophile Antikörper im Humanserum können mit Reagenz-Immunglobulinen oder anderem Reagenzmaterial reagieren und In-Vitro-Immunoassays stören. Eine solche Störung kann bei Patienten auftreten, die regelmäßig Kontakt mit Tieren, Tierserumprodukten oder anderen immunogenen Produkten haben, die die Bildung von heterophilen gegen die Reagenzien des Assays auslösen können, und es können abnormale Werte beobachtet werden [2,3].

Störgrößen:
- der Test wird beeinflusst durch Hämolyse und Lipämie (siehe I-, H- und L-Index im iXCAT)


Einheit µg/L
Häufigkeit Di und Do, normalschichtig
Klinische Hinweise Indikation [3]:
-    Malignes Melanom: Differentialdiagnose, Prognose, Therapiemonitoring
-    Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, neurodegenerative Erkrankungen

Interpretation:

S-100 (S-100B) ist Mitglied der S-100-Calmodulin-Troponin C-Superfamilie von kalziumbindenden EF-Hand-Proteinen. Bisher wurden 20 verschiedene S-100-Proteine auf Grund von strukturellen und funktionellen Ähnlichkeiten identifiziert. Das S-100B-Protein existiert in zwei unterschiedlichen dimeren Formen, S-100A1B und S-100BB. S-100-Proteine weisen ein spezifisches Gewebemuster und eine spezifische Zellverteilung auf. S-100B ist in Glian- und Schwannzellen des zentralen und peripheren Nervensystems reichlich vorhanden und wird auch in Melanozyten, Adipozyten und Chrondrozyten exprimiert.

Ein erhöhter Wert des S-100 (S-100B) im Serum tritt beim malignen Melanom auf und weist im Vergleich zu anderen Tumormarkern eine hohe diagnostische Sensitivität und Spezifität auf und reflektiert die Tumormasse und Prognose [3]. Die Anzahl an Patienten mit Melanomerkrankungen und positivem S-100-Nachweis steigt mit dem Tumorstadium an. S-100 ist ein wichtiger Marker für die Überwachung und Folgebehandlung von Melanom-Patienten und ist ein früher Indikator für ein Wiederauftreten der Krankheit [3].


Eine andere wichtige Anwendung für die S-100-Bestimmung ist der Einsatz als Marker bei akuten traumatischen Schädigungen des Gehirns (Schädel-Hirn-Trauma), bei intra- und extrakraniellen Gefäßschäden (ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall) und Kreislaufstillstand. Bei einer Hirnverletzung kommt es zu einer schnellen Ausschüttung von Hirn-S100 ins Blut, so dass die S-100-Konzentration bei Hirnschädigungen gemeinsam mit der neuronenspezifischen Enolase (NSE) sofort im Blutkreislauf ansteigt. Die Bestimmung des S-100-Spiegels ist ein empfindlicher Marker für Kopftrauma-verursachte Gehirnverletzungen und reflektiert direkt die Schwere des Primärtraumas und den damit verbundenen Folgen für den Patienten [4].

Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich extrem erhöht: 0.50
<0,15
Verfahren LIA
letzte Änderung 18.03.2026 16:16