Hämosiderophagen im Liquor*

Abnahmevorschrift Anfertigung des Präparates immer möglich, Auswertung erfolgt im Routinebetrieb

voraussichtliche Bearbeitungszeit (ab Laboreingang):
- tagesgleich Anfertigung Cytospin, Zelldifferenzierung 1-2 Werktage
Einheit % MCF
Häufigkeit werktags, normalschichtig
Klinische Hinweise Zum Nachweis einer stattgehabten Subarachnoidalblutung dient der Nachweis von Hämosiderophagen im Liquor. Hämosiderineinlagerungen in monozytären Zellen sind bereits in der Pappenheimfärbung erkennbar. Die Eisenfärbung wird notwendig, um eine Abgrenzung des Hämosiderins zu Melanin, welches von Melanozyten exprimiert und in der Pappenheimfärbung ähnlich dem Hämosiderin imponieren kann, abzugrenzen.
Parallel zur Eisenfärbung erfolgt die Anfertigung eines Liquorzellbildes (Pappenheimfärbung).
Im Liquorzellbild zeigen sich Monozyten mit aktiviertem Zytoplasma ca. 2h nach Blutung, 12- 18 h später treten Hämatophagen auf. Hämosiderin als Abbauprodukt des Hämoglobins wird ab ca. 3. bis 5. Tag nach Blutung nachweisbar. Das eisenfreie Hämatoidin tritt ab ca 11. Tag, vereinzelt auch eher, auf.
Unverzüglicher Probentransport ist unerlässlich, da sonst die Zellen durch Autolyse schnell zerstört sind. Beimengungen von Blut oder Knochenmark im Rahmen der Materialgewinnung machen die Auswertung unmöglich.

Zeitlicher Verlauf verschiedener Liquorbefunde nach SAB:
<12Stunden 12 Stunden bis 3 Tage >3 Tage
Reizpleozytose +++ ++ +
Erythrozyten +++ ++ +
Erythrophagen + ++
Bilirubin (+) ++ +++
Siderophagen + ++
Ferritin + ++ +++
Hämatoidinkristalle (+) ++
Material Liquor
Probengefäß Liquor-Röhrchen
Probenvolumen 1 ml
Akkreditierungsstatus nicht akkreditiert
Verfahren Eisenfärbung des Liquorzellbildes mit anschließender mikroskopischer Auswertung
letzte Änderung 18.03.2026 15:37