17-Alpha-OH-Progesteron.i.S.

Abnahmevorschrift Letzte Änderung: 30.05.2018 (Men)

Abnahme-/Transportbedingungen:
- Bestimmung erfolgt im Serum
- 17α1-OH-Progesteron zeigt diurnale Schwankungen und das auch in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus. Die Blutentnahme sollte morgens um 8-9 Uhr und während der Follikelphase erfolgen [1].
- Erfolgt die Bestimmung des 17α1-OH-Progesterons nicht sofort, können Serumproben bis zur Analyse 7 Tage bei 2-8°C oder für längere Lagerung -20°C aufbewahrt werden [2].

Einflussgrößen:
- Hämolyse stört die Bestimmung, so dass diese Plasmaproben nicht untersucht werden sollten.
- Proben von Patienten, die aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen Präparate mit monoklonalen Maus-Antikörpern erhalten haben, können humane anti-Maus-Antikörper (HAMA) enthalten. In solchen Proben können bei Untersuchungen mit Testkits, bei denen monoklonale Maus-Antikörper verwendet werden, implausible Werte erhalten werden [3].
- Heterophile Antikörper im Humanserum können mit Reagenz-Immunglobulinen oder anderem Reagenzmaterial reagieren und In-Vitro-Immunoassays stören. Eine solche Störung kann bei Patienten auftreten, die regelmäßig Kontakt mit Tieren, Tierserumprodukten oder anderen immunogenen Produkten haben, die die Bildung von heterophilen gegen die Reagenzien des Assays auslösen können, und es können abnormale Werte beobachtet werden [2,3].

Störgrößen:
- der Test wird beeinflusst durch Hämolyse (siehe I-, H- und L-Index im iXCAT)
Einheit nmol/L
Häufigkeit wöchentlich
Klinische Hinweise Indikation:

V. a. Adrenogenitales Syndrom (AGS):

Klassisches AGS im Kindesalter:
bei Geburt: Mädchen (Jungen sind eher unauffällig): intersexuelles äußeres Genital, beide Geschlechter: ab 2. Lebenswoche Gedeihstörung, hyperpigmentierte Mamillen und Genitalregion, Erbrechen, ab 2.-4. LJ.Pubetas praecox.
Late onset: nur bei Mädchen/Frauen: Androgenisierung, Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch

Interpretation:
Erhöhte Werte:
-    Das angeborene AGS umfasst eine Gruppe von autosomal-rezessiv vererbten Störungen der Cortisolbiosynthese in der NNR aufgrund des Fehlens spezifischer Enzyme. Der klinisch wichtigste und häufigste Enzymmangel ist der 21-Hydroxylasedefekt. Die Anhäufung von 17-OH-Progesteron führt zur verstärkten Bildung von Androgenen. Infolge des Androgenüberschusses kommt es pränatal bei weiblichen Feten zur Virilisierung und unter Umständen zum klinischen Bild eines Salzverlustsyndromes nach der Geburt, der auf den gleichzeitig vorhandenen Mangel an Aldosteron zurückzuführen ist. Postnatal führt der Defekt bei beiden Geschlechtern zur Ausbildung einer Pseudopubertas Praecox.
-    Late onset-AGS oder milde heterozygote Formen fallen klinisch häufig erst peripubertär auf (z.B. durch Virilismus, Hirsutismus, Menstruationstörungen).
-    Die17-OH-Progesteron-Spiegel zeigen zirkadiane Schwankungen mit Höchstwerten in den frühen Morgenstunden. Physiologisch erhöhte Konzentrationen finden sich in der Lutealphase und während der Schwangerschaft.
-    maligne Nebennierentumoren
-    PCO-Syndrom
-    Ovarial- und Nebennierentumoren

Referenzbereich [2]:

Männer: 0,15 - 4,80 nmol/l
Frauen:
Follikelphase: 0,90 - 3,03 nmol/l
Lutealphase: 0,61 - 8,79 nmol/l
Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 10 ml
Akkreditierungsstatus akkreditiert
Referenzbereich
GeschlechtAlterextrem erhöhtReferenzbereichKommentar
≤ 1M38.2n.def.
1M - 1J38.2< 6,1
1J - 16J38.2< 9,1
weiblich≤ 50J38.2zyklusabhängigFollikelphase: 0,9 - 3,0 nmol/l
Lutealphase: 0,6 - 8,8 nmol/l
Schwangerschaft (3.Trimester): 5,4 - 60,6 nmol/l
nach ACTH-Stimulierung: <9,1 nmol/l
unbekannt38.2n.def.
männlich38.20.2 - 4.8
weiblich38.20,2 - 3,9
Verfahren ELISA
bevorzugte Probenart SER-Spez.&16
letzte Änderung 18.03.2026 14:40